
In einer Zeit tiefgreifender Umbrüche steht Deutschland vor wegweisenden Entscheidungen. Die soziale Ungleichheit wächst, die Wirtschaft kämpft mit Energiekrise und demografischem Wandel, und die politische Polarisierung droht das Land zu zerreißen. Inmitten dieser Spannungen meldet sich eine neue Stimme zu Wort: Victoria Fridau. Mit analytischer Schärfe und klarer Haltung stellt sie sich den drängenden Fragen unserer Zeit.
In einem exklusiven Textinterview für www.xo23.com stellt sich die paneuropäische Strategin, Solinger Lokalpatriotin und Bundestagskandidatin von Volt 30 Fragen. Ihre Antworten durchbrechen den Lärm politischer Illusionen und spiegeln nicht nur ihre persönliche Mission, sondern auch das Versprechen von Volt wider: echte Veränderung für ein Land, das nach Orientierung sucht.
Die jüngsten Umfragen des ARD-DeutschlandTREND und der Rheingold Wahlstudie zeichnen ein düsteres Bild: 83 % der Deutschen sind verunsichert, die politische Landschaft wirkt blockiert, viele fühlen sich gefangen zwischen Unsicherheit und Spaltung. Genau hier setzt Victoria Fridau an – mit Visionen, Leidenschaft und dem unerschütterlichen Willen, den Stillstand aufzubrechen.
Dieses Interview ist mehr als nur ein Gespräch. Es ist eine Einladung zum echten Dialog, eine Herausforderung an leere Phrasen – und ein Appell an alle, die Politik wieder ehrlich, mutig und relevant machen wollen. Wie kann man in Zeiten wachsender Politikverdrossenheit neuen Mut schöpfen? Wie verwandelt man Verzweiflung in Hoffnung, die in den Herzen der Wählerinnen und Wähler weiterlebt?
Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Victoria Fridau mit klarer Haltung zeigt, dass es auch anders geht – und warum inmitten der Ratlosigkeit die Chance für einen Neuanfang liegt.
1. Frage: Ihre innere Flamme
- Herleitung: Laut Rheingold-Studie treibt die Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Führungspersonen um – doch nur 29 % trauen Robert Habeck, 28 % Friedrich Merz und 24 % Olaf Scholz überhaupt noch etwas zu. In dieser Wüste an Vertrauensverlust wirkt ein frischer politischer Antritt fast surreal.
- Frage: Was ist die tiefste, unverhandelbare Überzeugung, die Sie antreibt und welche persönliche Geschichte hat Sie dorthin geführt?
- Hintergrund: Sie stammen aus einer Familie mit politisch geprägter Migrationsgeschichte, sind in Solingen verwurzelt. Doch in einem Land, in dem nur 13 % Zuversicht verspüren: Welches Feuer brennt in Ihnen wirklich?
Antwort: Mich treibt der feste Glaube an, dass Politik endlich wieder glaubwürdig und zukunftsorientiert werden muss. In den letzten Jahren ist das Vertrauen in die deutsche Politik stark gesunken. Statt echte Lösungen zu finden, scheint die Politik oft im Stillstand zu verharren – und viele Menschen fühlen sich nicht gehört, sondern zurückgelassen. Sie merken keinen Fortschritt, weil die Politik oft nicht mit der Zeit geht. Themen wie Digitalisierung und Klimawandel kommen zu kurz, während an veralteten Lösungsansätzen festgehalten wird, in der Hoffnung, dass sich etwas ändert.
Ich komme aus einer Familie mit einer politisch geprägten Migrationsgeschichte und bin tief in Solingen verwurzelt. Als mein Großvater 1962 nach Deutschland kam, war er überwältigt von der Demokratie. Er hatte Tränen in den Augen, als er realisierte, dass wir als Volk wirklich Einfluss auf die Politik nehmen können. Genau dieses Gefühl, dass Demokratie eine lebendige Chance ist, möchte ich den Menschen zurückgeben.
Mein Ziel ist es, Politik wieder „sexy“ zu machen. Das bedeutet für mich, die Bürger*innen stärker einzubinden, den Dialog zu intensivieren und Kommunikation auf Augenhöhe zu fördern. Es geht darum, die Kommunen zu stärken – sie sind das wahre Herz unserer Demokratie. Wenn wir die Menschen aktiv in den politischen Prozess einbeziehen und gemeinsam Lösungen finden, können wir das Vertrauen in die Politik zurückgewinnen und endlich die großen Herausforderungen unserer Zeit wie Digitalisierung und Klimawandel anpacken.
2. Frage: Demografie und Angst
- Herleitung: 68 % der Deutschen wollen weniger Geflüchtete aufnehmen, 85 % glauben, der Staat habe die Zuwanderung nicht mehr unter Kontrolle. Die Schlagzeilen flirren von panikartigen Debatten.
- Frage: Wie wollen Sie Menschen erreichen, die schon in Alarmbereitschaft verfallen, wenn nur das Wort ‚Migration‘ fällt – und haben Sie jemals selbst diese Angst gespürt?
- Hintergrund: Die Rheingold-Studie zeigt eine Gesellschaft, die sich zunehmend in Lager teilt. Es geht längst nicht nur um Fakten, sondern um tief sitzende Furcht und Projektionen.
Antwort: Die Art und Weise, wie wir die Migrationsdebatte führen, ist leider vor allem dem geschuldet, dass wir zugelassen haben, dass rechtsradikale Kräfte wie die AfD diese Debatte dominieren. Sie haben es geschafft, Migration als das „Kernübel“ unserer Herausforderungen darzustellen. Leider springen immer mehr etablierte Parteien, vor allem die CDU und FDP, auf dieses Narrativ auf und fordern die gleichen „Lösungen“ wie die AfD. Doch diese sind keine Lösungen. Wir können unsere tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen in Deutschland nicht lösen, indem wir Menschen an den Grenzen abweisen oder die Migration einfach reduzieren. Das führt nur zu einem Bruch in unserer Gesellschaft.
Die wirklichen Lösungen liegen in einer besseren Integration. Wir brauchen eine Arbeitserlaubnis ab dem ersten Tag der Einreise – unabhängig vom Aufenthaltsstatus – sowie Zugang zu Bildung und sozialen Dienstleistungen. Doch nicht nur in der Migration müssen wir neue Wege gehen, sondern auch in der Struktur unseres Staates. Wir brauchen eine umfassende Staatsreform. Effizientere Prozesse, die Entlastung unserer Verwaltung und eine verstärkte Digitalisierung sind entscheidend, um die Herausforderungen von heute und in der Zukunft zu meistern.
Die Debatte, die wir derzeit führen, ist schlichtweg menschenunwürdig. Die Vorschläge der AfD und der CDU führen zu einer Zweiklassengesellschaft, in der Menschen wie ich – als Migrant*innen in Deutschland – kollektiv für die Taten einzelner verantwortlich gemacht werden. Ich selbst bin Deutsche, Slowenin und vor allem Europäerin, in meiner Brust schlagen drei Herzen – und das funktioniert wunderbar miteinander. Menschen wie ich sind Teil dieses Landes, und dass ich nun Angst um meine Sicherheit, die Sicherheit meiner Familie und der meiner Freundinnen haben muss, zerreißt mir das Herz. Wir dürfen uns nicht von populistischen Parolen leiten lassen. Wir müssen endlich den Dialog führen und Lösungen präsentieren, die langfristig für eine inklusive, stabile und gerechte Gesellschaft sorgen. Das ist der einzige Weg, wie wir als Land zusammenwachsen können.
3. Frage: „Branding“ einer Politik
- Herleitung: Die Wahlplakate wirken widersprüchlich – die CDU bedient sich AfD-Farben, Scholz wird als „starker Kanzler“ inszeniert, obwohl seine Werte schwach sind.
- Frage: Kann man das politische System „re-branden“ , oder verstärken PR-Techniken nur den Zynismus der Wähler?
- Hintergrund: Laut Rheingold fühlen sich die Leute von Wahlwerbung eher getäuscht als überzeugt. Als Markenberaterin wissen Sie: Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind schwerer aufzubauen als jede Imagekampagne.
Antwort: Immer öfter vergessen Politiker*innen, gerade im Wahlkampf, worum es eigentlich geht: um die Bürger*innen. Statt auf die realen Herausforderungen einzugehen und konkrete Lösungen zu präsentieren, verstricken sich viele in Grabenkämpfen, die letztlich nur zu mehr Politikverdrossenheit führen. Die Wahlwerbung wird oft zu einem Showdown der größten Konflikte, und am Ende bleiben die Wählenden mit dem Gefühl zurück, dass es mehr um das Spiel der Macht geht als um echte Veränderungen.
Die Frage, ob man das politische System „re-branden“ kann, zeigt eine wichtige Problematik: Ein gutes Image allein wird das Vertrauen der Menschen nicht zurückgewinnen. Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind viel schwieriger aufzubauen als jede Imagekampagne. PR-Techniken verstärken oft nur den Zynismus der Wählenden, weil sie den Eindruck erwecken, dass es mehr um Inszenierung als um authentische Politik geht.
Wir müssen dringend aufhören, uns gegenseitig an den Pranger zu stellen, und stattdessen einen Wahlkampf führen, der sich auf echte Lösungen konzentriert. Bei Volt setzen wir genau auf diese Lösungskompetenz. Europa hat die Antworten auf viele unserer Herausforderungen, und unser Wahlkampf basiert darauf, diese Lösungen klar zu kommunizieren. Wir treten mit einer positiven, lösungsorientierten Vision an, die ein junges, frisches Bild in der Politik vermittelt. Unsere Politik ist nicht darauf ausgerichtet, sich in jedem Wahlkampf neu zu erfinden, sondern sie geht davon aus, dass wir gemeinsam eine zukunftsorientierte und pragmatische Politik vorantreiben können. Ein Angebot, Neues zu wagen und die Politik endlich in eine Richtung zu lenken, die den Menschen dient.
4. Frage: Metamorphose statt Kosmetik
- Herleitung: Die AfD steht stabil bei 20 %, und Teile der CDU-Wählerschaft liebäugeln laut Umfrage sogar mit einer Koalition zwischen CDU und AfD. Kosmetische Korrekturen reichen nicht mehr.
- Frage: Was ist Ihr radikalstes Konzept, das nicht nur an der Fassade kratzt, sondern die Statik des Systems verändert?
- Hintergrund: Volt verspricht einen neuen Politikstil. Doch wie wollen Sie inmitten dieser verfestigten Strukturen echte Umbrüche erzwingen?
Antwort: Das radikalste Konzept, das wir bei Volt verfolgen, ist eine umfassende Staatsreform, die die Statik des Systems tatsächlich verändert und nicht nur an der Fassade kratzt. Die AfD ist in ihrem Kern antidemokratisch. Eine Zusammenarbeit mit ihr wird niemals unsere Regierung oder die Demokratie stärken. Dass Teile der CDU nun eine Koalition mit der AfD in Betracht ziehen, ist ein absoluter Bruch mit ihren früheren Versprechen und den Werten unserer Demokratie. Unter Friedrich Merz ist die CDU nach rechts gerückt, und die aktuellen Forderungen der CDU, wie der jüngst veröffentlichte und zur Abstimmung gebrachte 5-Punkte-Plan, sind mit den meisten demokratischen Kräften im Bundestag nicht umsetzbar, weil sie schlichtweg nicht tragbar sind. Das weiß auch die CDU und dennoch hat sie in Kauf genommen, diesen Antrag mit den Stimmen der AfD zu beschließen. Ein schwarzer Tag für die Demokratie.
Um der Verfestigung dieser gefährlichen politischen Strukturen entgegenzuwirken, müssen wir die progressiven Kräfte im Bundestag stärken. Eine progressive Mehrheit, die echte Veränderungen vorantreibt, ist nur mit Volt möglich. Deshalb werden wir am 23. Februar in den Bundestag einziehen und mit 31 zusätzlichen Sitzen eine mögliche Mehrheit von CDU und AfD verhindern. Volt setzt sich für eine umfassende Staatsreform, die den Föderalismus dynamischer und die Verwaltung effizienter gestaltet. Wir stärken die Kommunen und schaffen eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Durch Digitalisierung und innovative Arbeitsweisen machen wir die Verwaltung flexibler und bürgernaher. Zudem fördern wir die Demokratiestärkung – etwa mit der Einführung einer Ersatzstimme, einem Wahlrecht ab 16 Jahren und dem Wahlrecht für EU-Bürger*innen.
Zusätzlich bekämpfen wir Extremismus mit Prävention, interdisziplinären Deradikalisierungsprogrammen und einer verbesserten Strafverfolgung. Wir schaffen eine effektive, transparente Regierung, stärken die regionale Kultur und fördern die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort. Wir haben ein Konzept, das nicht nur die Politik auf der Oberfläche verändert, sondern das ganze System anpackt – für eine demokratischere, gerechtere und zukunftsfähigere Gesellschaft.
5. Frage: Schuldenbremse vs. Zukunftsschulden
- Herleitung: Sie plädieren für mehr finanzielle Spielräume, wollen den Sozialstaat stärken und gleichzeitig internationale Verpflichtungen (etwa gegenüber der Ukraine) erfüllen.
- Frage: Wie begegnen Sie Kritikern, die jede Schuldenaufnahme als Weg in den moralischen Bankrott sehen? Ist die Schuldenbremse ein Bollwerk gegen Chaos oder ein Klotz am Bein progressiver Politik?
- Hintergrund: Die Menschen sind laut ARD-DeutschlandTREND tief verunsichert über Inflation und Wirtschaftskrise. Können neue Schulden Vertrauen schaffen?
Antwort: Die Kritik an jeder Schuldenaufnahme als Weg in den moralischen Bankrott ist aus meiner Sicht zu kurz gedacht. Natürlich müssen wir als Gesellschaft darauf achten, dass wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen. Aber es ist auch wichtig, den Kontext zu verstehen. Wir stehen vor enormen Herausforderungen: der Inflation, der Wirtschaftskrise und internationalen Verpflichtungen, wie unserer Unterstützung der Ukraine. Um diese Krisen zu bewältigen, müssen wir handlungsfähig bleiben – und dafür sind auch Schulden ein notwendiges Instrument.
Die Schuldenbremse kann als Bollwerk gegen ein verantwortungsloses Ausgabenverhalten verstanden werden, aber sie kann auch ein Klotz am Bein progressiver Politik sein, wenn sie uns zu starr an die alte, rigide Sparpolitik bindet, die den Herausforderungen der Gegenwart nicht gerecht wird. Wir müssen uns von einem Dogma verabschieden, das uns in eine finanzielle Starre versetzt und uns hindert, in wichtige Zukunftsinvestitionen zu tätigen – sei es in Bildung, Infrastruktur oder den Ausbau des Sozialstaates.
Neue Schulden sind nicht per se schlecht, sie können Vertrauen schaffen, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden. Wenn wir heute in notwendige Reformen investieren, die uns morgen stärker machen, dann sind diese Schulden eine Investition in die Zukunft, keine Last. Ein starkes soziales Netz, das die Menschen in Krisenzeiten auffängt, oder eine fortlaufende Unterstützung für unsere internationalen Verpflichtungen – das sind Investitionen, die uns als Gesellschaft langfristig stabilisieren.
Wir müssen also einen klugen, ausgewogenen Weg finden, der es uns ermöglicht, die sozialen und wirtschaftlichen Sicherheiten zu bieten, die unsere Gesellschaft braucht, ohne die Handlungsfähigkeit des Staates zu gefährden. Die Schuldenbremse muss flexibilisiert werden, damit wir auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben – das ist der Weg, wie wir Vertrauen und eine nachhaltige Zukunft aufbauen können.
6. Frage: Erbschaftssteuer und Klassenkampf
- Herleitung: Laut Studien halten die oberen 10 % fast 60 % des Vermögens. Trotzdem genießt das Thema Umverteilung in Krisenzeiten wenig Rückhalt in bürgerlichen Kreisen.
- Frage: Sind Sie bereit, sich mit den mächtigsten Lobbys anzulegen, die das Land kennt – and what’s your battle plan?
- Hintergrund: Eine Reform der Erbschaftssteuer ruft reflexartig das Schlagwort „Neid-Debatte“ hervor. Kann Volt diesen Vorwurf brechen?
Antwort: Ein Sozialstaat lebt von Solidarität, und es ist schlichtweg unsolidarisch, wenn die oberen 10% fast 60% des Vermögens halten, während viele Menschen in unserer Gesellschaft mit wenig auskommen müssen. Wir müssen eine gerechte Umverteilung vorantreiben, die Menschen mit großen Vermögen in die Verantwortung zieht – ohne dabei den Mittelstand und kleine Unternehmen zu belasten. Eine Reform der Erbschaftssteuer ist dabei ein wichtiger Schritt, aber wir betrachten die gesamte Steuerpolitik ganzheitlich, um eine faire und ausgewogene Lastenverteilung zu gewährleisten.
Das heißt konkret: Wir wollen die Einkommensteuer so anpassen, dass hohe Einkommen moderat stärker besteuert werden, während wir den steuerlichen Grundfreibetrag anheben und den Solidaritätszuschlag sowie das Ehegattensplitting abschaffen. Familien sollen durch eine Erhöhung des Kindergeldes gezielt unterstützt werden.
Die Erbschafts- und Schenkungsteuer muss gerechter werden: Wir setzen auf eine progressive Besteuerung und eine Abschaffung der Zehnjahresfrist. Gleichzeitig müssen wir die mittelständischen Unternehmen schützen und die Möglichkeit der Steuerstundung für diese Betriebe einführen. Bei der Vermögenssteuer fordern wir eine Steuer auf große Vermögen, ab einen mehrstelligen Millionenbetrag und eine effiziente Erhebung durch ein europäisches Vermögensregister.
Die Reform der Umsatzsteuer muss so gestaltet werden, dass Grundnahrungsmittel von der Steuer befreit sind und nachhaltige Produkte sowie Arzneimittel einen reduzierten Steuersatz erhalten. Darüber hinaus ist es wichtig, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken: Ein existenzsicherndes Grundeinkommen für alle und eine negative Einkommensteuer für die einkommensschwächeren Bürger*innen sorgen dafür, dass niemand unter die Armutsgrenze fällt. Wir wollen Bürokratie abbauen und die sozialen Leistungen vereinfachen, um die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zu fördern.
Ja, wir sind bereit, uns mit den mächtigsten Lobbys anzulegen. Unsere Antwort darauf ist ein klarer, mutiger Plan für mehr Gerechtigkeit. Dabei geht es nicht um Neid, sondern um das Streben nach einem fairen und solidarischen System, das den Wohlstand gerecht verteilt und allen Menschen die gleichen Chancen bietet. Wir bei Volt setzen uns dafür ein, dass wir das Thema Umverteilung nicht aus der politischen Debatte verbannen, sondern als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zukunft verstehen.
7. Frage: Die bröckelnde Infrastruktur
- Herleitung: Laut SZ bremsen hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und Bürokratie die Wirtschaft weiter aus. Die Rheingold-Studie bescheinigt marode Straßen und Schulen.
- Frage: Warum sollten wir glauben, dass ausgerechnet Volt – eine noch junge Kraft – das uralte Strukturproblem lösen kann, wo etablierte Parteien seit Jahrzehnten scheitern?
- Hintergrund: Menschen erleben Stillstand. Nur 13 % sehen überhaupt Anlass zur Zuversicht. Was macht Volt anders?
Antwort: Volt kann genau dort ansetzen, wo die etablierten Parteien über Jahre hinweg versagt haben – bei der Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Infrastruktur. Die Dringlichkeit ist groß, und wir stehen vor enormen Herausforderungen, die nur durch mutige, nachhaltige und innovative Lösungen gemeistert werden können. Die Wirtschaft erfordert eine klare Neuausrichtung, bei der Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und die langfristige Sicherung unseres Wohlstands Hand in Hand gehen.
Volt verfolgt eine ganzheitliche Vision, die die drängenden Fragen der Infrastruktur, des Klimawandels und der sozialen Gerechtigkeit miteinander verbindet. Unser Fokus liegt nicht nur auf kurzfristigen politischen Debatten, sondern auf einer umfassenden Transformation – von einer klimaschonenden Industrie über den Ausbau erneuerbarer Energien bis hin zur Förderung von nachhaltiger Mobilität.
Was Volt von den etablierten Parteien unterscheidet, ist unser ganzheitlicher Ansatz. Wir wollen nicht nur „verwalten“, sondern grundlegend umdenken. Es geht um die konsequente Ausrichtung aller politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen an den Zielen des Klimaschutzes. Wir sprechen nicht von kleinen, kosmetischen Anpassungen, sondern von einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Unsere Lösungen umfassen den massiven Ausbau erneuerbarer Energien und die Umsetzung einer klimaneutralen Industrie bis 2035. Aber auch in der Infrastruktur werden wir nicht nur reparieren, sondern transformieren: Wir setzen auf eine nachhaltige Mobilität, effiziente Energieversorgung und eine digitale Infrastruktur, die für alle zugänglich ist.
Gerade in Krisenzeiten braucht es mehr als Alibi-Initiativen – es braucht klare Maßnahmen für die Zukunft. Wir bauen Brücken zwischen der Klimawende und sozialer Gerechtigkeit. Für uns ist es entscheidend, dass auch strukturschwache Regionen von dieser Transformation profitieren, und zwar nicht nur durch die Umverteilung von Ressourcen, sondern auch durch eine aktive Förderung der Bürgerbeteiligung.
Volt ist nicht nur eine junge Partei – wir bringen frischen Wind, den die Wirtschaft und die Gesellschaft dringend benötigen. Unsere Vision ist klar: eine Gesellschaft, die ihre Herausforderungen mit innovativen, langfristig tragfähigen Lösungen anpackt. Damit schaffen wir nicht nur wirtschaftliche Erneuerung, sondern auch das Vertrauen, das heute so dringend fehlt.
8. Frage: Aufbegehren gegen Rechtsextremismus
- Herleitung: Die AfD polarisiert, bleibt aber stabil bei 20 %. Der Ruf nach radikalen Maßnahmen gegen Migration findet immer mehr Gehör.
- Frage: Kann Aufklärung allein die Wut und Enttäuschung, die so viele Menschen in die Arme radikaler Ideologien treibt, wirklich zähmen?
- Hintergrund: Wer Rechtsextremismus bekämpfen will, steht einer diffusen Mischung aus Existenzängsten und Politikverdrossenheit gegenüber. Plakative Slogans genügen nicht.
Antwort: Aufklärung allein reicht nicht aus, um die tief verwurzelte Wut und Enttäuschung, die viele Menschen in die Arme radikaler Ideologien treibt, zu überwinden. Was wir brauchen, ist eine Politik, die konkrete Lösungen bietet – Lösungen, die auf die Ängste und Sorgen der Menschen eingehen. Denn diese Ängste entstehen nicht im Vakuum: Sie kommen aus der Politikverdrossenheit, der Unsicherheit und dem Gefühl, abgehängt zu werden. Radikale Parteien wie die AfD nutzen diese Ängste und bieten einfache, aber gefährliche Antworten.
Volt steht für eine andere Art von Politik: Wir setzen auf eine Politik des Miteinanders, des Zusammenhalts und der Solidarität. Anstatt die Gesellschaft zu spalten, wollen wir den Dialog fördern und echte Lösungen entwickeln, die die Lebensrealität der Menschen verbessern. Wir wollen den Menschen Perspektiven geben – sei es durch bessere Bildung, fairere Arbeitsmarktbedingungen oder eine integrative Migrationspolitik, die sowohl denjenigen, die hier Schutz suchen, als auch denjenigen gerecht wird, die sich benachteiligt fühlen.
Mit Volt schaffen wir den Raum, in dem Ängste nicht nur gehört, sondern ernst genommen werden. Wir haben die Vision, eine Gesellschaft zu schaffen, in der niemand das Gefühl hat, zurückgelassen zu werden. Wir bieten nicht nur Worte, sondern echte, zukunftsorientierte Lösungen – und das ist der einzige Weg, wie wir den Nährboden für radikale Ideologien langfristig austrocknen können.
9. Frage: Feministische Politik ohne leere Worte
- Herleitung: Gesellschaftliche Spaltung zeigt sich auch bei Gleichstellungsthemen. Teile der Wählerschaft halten dies für „Luxusdebatten“ , während andere endlich strukturelle Reformen fordern.
- Frage: Wie setzen Sie konkrete Meilensteine – etwa bei Löhnen, Care-Arbeit, Rechten für LGBTQIA+ – ohne dass es nur Symbolpolitik bleibt?
- Hintergrund: In einer Zeit, wo harte Fragen um Migration und Wirtschaft dominieren, riskieren Themen wie Gleichstellung schnell unterzugehen. Wie halten Sie den Fokus?
Antwort: Für Volt ist Gleichstellung kein Randthema oder „Luxusdebatte“ , sondern ein essenzieller Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesellschaft. In einer Welt, die sich ständig verändert, darf der Kampf für mehr Gleichberechtigung nicht ins Abseits geraten. Diese Themen betreffen das Leben von Millionen Menschen und sind keine bloßen „Symbole“ – es geht um strukturelle Ungleichheiten, die wir endlich anpacken müssen.
Die Herausforderungen sind groß und vielfältig. Wenn wir zum Beispiel den Gender Pay Gap anschauen, sehen wir, dass Frauen immer noch durchschnittlich weniger verdienen als Männer – und das über alle Branchen hinweg. Dazu kommt die massive Ungleichheit in der Care-Arbeit: Frauen übernehmen den Großteil der Pflege- und Betreuungsarbeit, während sie gleichzeitig mit niedrigen Löhnen und prekären Arbeitsverhältnissen kämpfen. Diese strukturellen Probleme wollen wir angehen – nicht durch Symbolpolitik, sondern mit konkreten Maßnahmen.
Volt setzt sich für echte Veränderungen. Unsere Meilensteine beinhalten unter anderem die Reform des Elterngeldes, die Einführung eines 8-wöchigen Vaterschaftsurlaubs und 3 Monate Elternzeit, um die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern gerechter zu gestalten. Wir fordern die Einführung von Transparenzpflichten bei Gehaltsunterschieden und eine verbindliche Frauenquote für Führungspositionen. Auch die Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt und die Schaffung eines verbesserten Schutzes für Betroffene ist ein zentraler Punkt.
Zudem setzen wir auf eine umfassende Gesundheitsversorgung, die auch geschlechtsspezifische Bedürfnisse berücksichtigt, und auf die Förderung von „Gender Studies“ zur Aufklärung und Prävention. Auch im digitalen Raum setzen wir uns für den Schutz vor Gewalt und Belästigung ein, etwa durch neue rechtliche Maßnahmen.
All diese Punkte sind nicht nur Forderungen, sondern klare politische Ziele, die wir mit entschlossener Arbeit und Mut umsetzen wollen. Es braucht strukturelle Reformen, die die Gesellschaft als Ganzes stärken und niemanden zurücklassen. Es geht darum, die gesellschaftliche Gleichstellung als Grundlage für das Wohl aller Menschen zu schaffen. Das ist unsere Vision und dafür kämpfen wir.
10. Frage: Das Volt-Prinzip – Europa als Lösung?
- Herleitung: Volt schreibt sich auf die Fahnen, europäische Lösungen nach Deutschland zu bringen. Doch laut ARD-DeutschlandTREND neigen immer mehr Deutsche zu nationalen Antworten.
- Frage: Welche drei Beispiele aus dem europäischen Ausland wollen Sie 1:1 nach Deutschland holen – und wer blockiert diesen Transfer?
- Hintergrund: 61 % befürworten zwar europäische Lösungen in der Migrationspolitik, wollen aber gleichzeitig nationale Maßnahmen. Wie navigieren Sie diesen Spagat?
Antwort: Volt versteht sich als eine paneuropäische Bewegung und ist fest davon überzeugt, dass die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur gemeinsam auf europäischer Ebene gelöst werden können. Dazu gehört auch die Migrationspolitik, aber auch Klimawandel, Außenpolitik und soziale Fragen. Nationale Antworten können oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, denn die Herausforderungen machen eben nicht vor den Grenzen Halt. Gleichzeitig wissen wir, dass jedes Land auch seine eigenen speziellen Bedürfnisse hat und hier können europäische Lösungen eine wertvolle Hilfe bieten.
Daher schauen wir immer auf gute Lösungen aus anderen Ländern, die sich bereits bewährt haben und die wir auf Deutschland übertragen könnten. Hier sind drei konkrete Beispiele:
- Digitalisierung wie in Estland: Estland hat die digitale Transformation erfolgreich umgesetzt, insbesondere im Bereich der digitalen Verwaltung. Behörden sind weitgehend digitalisiert, was für die Bürger*innen nicht nur Zeit spart, sondern auch die Effizienz der Verwaltung steigert. In Deutschland sind wir noch weit davon entfernt, diese Art von digitalen Lösungen zu nutzen. Blockiert wird der Transfer hier vor allem durch langwierige Bürokratie, die die Einführung effizienter, digitaler Prozesse bremsen.
- Wohnen wie in Wien: Wien hat mit seinem Modell des sozialen Wohnungsbaus und der genossenschaftlichen Organisation dafür gesorgt, dass es in der Stadt ausreichend bezahlbaren Wohnraum gibt. Diese Form des Wohnens könnte auch in Deutschland eine Lösung gegen die dramatisch steigenden Mieten und den Wohnungsmangel bieten.
- Kreislaufwirtschaft wie in Amsterdam: In Amsterdam wird das „Donut-Prinzip“ umgesetzt, bei dem die Wirtschaft nachhaltig geführt wird, mit dem Fokus auf Ressourcenschonung und sozialer Verantwortung. Es handelt sich um eine Wirtschaftsweise, die im Kreislauf funktioniert, ohne dass Ressourcen verschwendet oder unnötiger Abfall erzeugt wird. Diese Art der Kreislaufwirtschaft möchten wir auch in Deutschland einführen.
Diese Beispiele zeigen, dass es durchaus europäische Lösungen gibt, die für Deutschland von großer Bedeutung wären. Der Transfer wird jedoch häufig von bestehenden politischen Interessen, Bürokratie oder auch einfach von der Angst vor Veränderung blockiert. Doch wir müssen mutig genug sein, neue Wege zu gehen, von anderen zu lernen und auch in Deutschland progressive Lösungen umzusetzen, die den Herausforderungen von morgen gerecht werden.
Volt steht dafür, solche Ideen mutig zu verfolgen, und wir sind überzeugt, dass der Weg über europäische Lösungen nicht nur die beste, sondern auch die einzige Möglichkeit ist, die großen gesellschaftlichen Probleme nachhaltig zu lösen.
11. Frage: Die unruhige Mitte
- Herleitung: Die Rheingold-Studie sagt, die Leute fühlen sich „ausweglos“ und hoffen, dass jemand „endlich durchgreift“ . 21 % sind noch unentschlossen oder wollen nicht wählen.
- Frage: Wie wollen Sie jene Bürger erreichen, die zwar keine Extremisten sind, sich aber von Parteien betrogen fühlen und mit Wahlboykott liebäugeln?
- Hintergrund: Wahlmüdigkeit könnte das Zünglein an der Waage sein. Gewinnen Extreme an Kraft, wenn die „Mitte“ schweigt?
Antwort: Es ist beängstigend zu sehen, dass so viele Menschen das Gefühl haben, dass sie von der Politik im Stich gelassen wurden und keine Möglichkeit mehr sehen, gehört zu werden. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Enttäuschung oft in Wahlmüdigkeit oder im Extremismus endet. Unsere Aufgabe als Politiker*innen ist es, genau diese Menschen zu erreichen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie einen Unterschied machen können, dass ihre Stimmen zählen.
Ich bin überzeugt, dass wir die Menschen nur dann wieder für Politik begeistern können, wenn wir echte Veränderungen und direkte Mitsprache ermöglichen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist, Politik auf Augenhöhe zu gestalten – durch transparente Entscheidungsprozesse, echte Bürger*innenbeteiligung und eine Politik, die den Fokus auf die Bedürfnisse der Menschen legt. Hier spielen Bürger*innenräte eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen es den Bürger*innen, aktiv an politischen Entscheidungen teilzunehmen, Probleme vor Ort zu benennen und Lösungen gemeinsam zu erarbeiten. Damit können wir den Frust und das Gefühl der Ohnmacht, das viele empfinden, direkt angehen und den Menschen wieder das Gefühl geben, dass ihre Meinung zählt.
Ein weiteres Konzept, das wir einführen wollen, sind Bürger*innenbudgets. Damit haben Bürgerinnen die Möglichkeit, direkt zu entscheiden, wie öffentliche Gelder eingesetzt werden. Dies fördert nicht nur das Vertrauen, sondern stärkt auch das Gefühl, dass Politik nicht nur für, sondern mit den Menschen gemacht wird. Es ist auch wichtig, dass wir eine Politik betreiben, die klare Antworten auf die drängenden Probleme gibt – sei es beim Thema soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz oder Migration. Oft wird Politik als zu abstrakt und entfernt wahrgenommen. Wir müssen konkret zeigen, wie wir diese Herausforderungen lösen wollen und dabei die Menschen aktiv einbinden.
Mein Appell an alle, die sich von der Politik enttäuscht fühlen, lautet: Lasst uns diese Veränderungen gemeinsam angehen! Es gibt eine politische Kraft, die sich für euch einsetzt, die nicht nur Entscheidungen von oben trifft, sondern mit euch zusammenarbeitet. Nur so können wir verhindern, dass die extremen Ränder weiter an Kraft gewinnen, während die Mitte schweigt.
12. Frage: Klimawandel vs. Existenzängste
- Herleitung: Nur 13 % sehen Umweltschutz als Top-Priorität, während Energiepreise und wirtschaftliche Sorgen den Alltag dominieren.
- Frage: Können Sie den Menschen glaubhaft machen, dass Klimaschutz nicht ihr letztes Erspartes frisst, sondern ihre Zukunft sichert?
- Hintergrund: Wo Wirtschaft schwächelt, fällt Klimapolitik schnell unter den Tisch. Gerade jetzt bräuchte es mutige Konzepte.
Antwort: Klimaschutz ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch eine Frage der Zukunftssicherung – und das betrifft jede*n von uns. In den letzten Jahren haben wir schmerzhaft erfahren, wie abhängig wir von fossilen Energieträgern sind – und wie diese Abhängigkeit uns in Krisenzeiten wirtschaftlich und politisch verletzbar macht. Die Energiepreise sind gestiegen, und die Menschen spüren das direkt in ihrem Geldbeutel. Aber wir dürfen den Klimaschutz nicht als einen Kostenfaktor sehen, sondern als eine Investition in eine unabhängige und nachhaltige Zukunft.
Klimaschutz kann uns tatsächlich wirtschaftlich entlasten, wenn wir die richtigen Weichen stellen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, wie zum Beispiel Solar- und Windkraft, senkt langfristig nicht nur die Abhängigkeit von teuren und umweltschädlichen Energiequellen, sondern auch die Kosten für die Haushalte. Ein effizienter Netzausbau, die Förderung von Energiespeichern und eine Photovoltaikanlagenpflicht für Neubauten helfen dabei, dass jede*r von günstigeren und nachhaltigeren Energien profitiert.
Darüber hinaus fordern wir die Absenkung der Stromsteuer und eine Reform der Netzentgelte, um die Bürger*innen zu entlasten. Die Umstellung auf 100% erneuerbare Energien bis 2035 ist nicht nur möglich, sie ist notwendig, um den Preisschwankungen auf den globalen Märkten zu entkommen und unsere Zukunft zu sichern.
Die Vorstellung, dass Klimaschutz nur teuer ist, greift zu kurz. Vielmehr geht es darum, ein Wirtschaftssystem zu schaffen, das auf nachhaltigen, zukunftsfähigen und kostengünstigen Technologien aufbaut. Wenn wir jetzt in die richtigen Maßnahmen investieren, werden wir nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch Arbeitsplätze und Wohlstand in einer klimafreundlichen Wirtschaft sichern. Klimaschutz ist also kein Luxus, den wir uns nicht leisten können. Es ist ein Weg, wie wir die Lebensqualität langfristig verbessern und die Abhängigkeit von teuren und unsicheren Energiequellen reduzieren können. Das ist die Zukunft, die wir wollen – für uns, für die nächste Generation und für die Zukunft unserer Gesellschaft.
13. Frage: Digitalisierungsdefizit
- Herleitung: Deutschland hinkt bei E-Government hinterher, die Bürokratie gilt als wachsender Bremsklotz. Der SZ-Artikel nennt dies „Überlebensfrage“ für Investoren und Mittelstand.
- Frage: Wie wollen Sie einen Tech-Turbo zünden, wenn jede Kommune eigene IT-Standards verteidigt und der Bund an Papierformularen klebt?
- Hintergrund: Volt verweist oft auf Estland. Aber hierzulande scheitern digitale Projekte bereits im Keim.
Antwort: Die Digitalisierung der Verwaltung ist in der Tat eine der größten Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. Umso wichtiger ist es, dass wir einen klaren, zukunftsfähigen Plan für die digitale Transformation entwickeln, der nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch den Datenschutz schützt und Innovationen fördert. Volt setzt auf eine intelligente, benutzerfreundliche Digitalisierung, die den Bürger*innen zugutekommt und den Staat modernisiert. Das Problem der fragmentierten IT-Standards in den Kommunen und der anhaltende Einsatz von Papierformularen ist ein gewaltiger Hemmschuh. Daher ist es notwendig, einen Tech-Turbo zu zünden – und das bedeutet, dass wir die Zuständigkeiten auf nationaler Ebene bündeln müssen. Wir schlagen vor, die digitale Verwaltung in drei zentrale Bereiche zu strukturieren: Cybersicherheit, Marktüberwachung und Datenschutz. Dadurch wird nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch der Datenschutz besser gewährleistet, und es entstehen klare Zuständigkeiten.
Ein Digitalministerium wäre dabei ein zentrales Instrument, um diese Digitalisierung voranzutreiben und einheitliche Standards zu setzen. Es muss dafür sorgen, dass digitale Lösungen nicht nur sicher und datenschutzkonform sind, sondern auch einfach und barrierefrei. Der Bürokratieabbau durch digitale Lösungen und ein „Once-Only-Prinzip“ , bei dem Bürger*innen ihre Daten nur einmal erheben müssen, wäre ein erster Schritt, um die Verwaltung bürgernah und effizient zu gestalten.
Um die Digitalisierung erfolgreich umzusetzen, dürfen wir jedoch nicht den Fehler machen, bei der Einführung von Technologien einfach blind zu übernehmen, was anderswo funktioniert. Es braucht ein klares Bekenntnis zu Datenschutz und digitalen Grundrechten. Volt lehnt den flächendeckenden Einsatz von Überwachungstechnologien ab und fordert klare rechtliche Schranken für KI-gestützte Überwachungsmethoden. Ebenso fordern wir einen transparenten Umgang mit Sicherheitslücken und ein zentrales Verzeichnis, in dem diese dokumentiert werden. Nur so können wir den Bürger*innen Vertrauen in die digitale Verwaltung geben und Innovationen gleichzeitig schützen. Beispielsweise zeigt Estland, wie eine digitale Verwaltung praktisch funktionieren kann, die sowohl effizient als auch sicher ist. Finnland hat einen wegweisenden Ansatz zur Zentralisierung des Datenschutzes, den wir als Vorbild für eine verbesserte und zentrale Datenschutzaufsicht übernehmen möchten.
Durch die Bündelung der Zuständigkeiten und die Schaffung eines zentralen Digitalministeriums wird es möglich, die digitale Transformation nicht nur zu beschleunigen, sondern auch ein faires und transparentes System zu schaffen, das allen Bürger*innen zugutekommt.
Volt setzt auf eine Digitalisierung, die keine Bürger*innen ausschließt – durch barrierefreie, mehrsprachige und inklusive digitale Dienstleistungen. Es ist an der Zeit, dass wir die Chancen der Digitalisierung nutzen, um den Staat zukunftsfähig zu machen und die Verwaltung effizienter und bürgernäher zu gestalten.
14. Frage: Vorbild Solingen?
- Herleitung: Sie kehrten nach Köln, Wien und Berlin in Ihre Heimatstadt zurück. Laut Rheingold-Studie wünschen sich viele Wähler eine nahbare, bodenständige Politikerin.
- Frage: Welche Erfahrungen aus Ihrer Heimatstadt wollen Sie ins große politische Parkett heben – und was hat Ihnen Solingen über Zusammenhalt gelehrt?
- Hintergrund: Der Ruf nach „Volksnähe“ ist laut. Doch Berlin wirft Politikern oft Entfremdung vor.
Antwort: Solingen ist die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, und sie hat mich in vielerlei Hinsicht geprägt. Besonders tief hat mich die Erfahrung des Brandanschlags auf das Wohnhaus der Familie Genç in den 90er Jahren berührt. Ich war damals erst drei Jahre alt, als meine Mutter mich mit auf meine erste Demonstration gegen Rechtsradikalismus nahm. Dieser frühe Moment hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, für unsere demokratischen Werte einzutreten und sie zu verteidigen. Es hat mich sensibilisiert für die Bedeutung von Toleranz, Solidarität und Gemeinschaft, Werte, die Solingen in seiner Vielfalt widerspiegeln. Solingen ist eine Stadt, die in vielerlei Hinsicht eine besondere Mischung aus Tradition und Innovation lebt. Die Stahl- und Klingenindustrie hat die Stadt wirtschaftlich geprägt, aber die Stadt hat sich auch immer wieder als ein Ort des Wandels und der Ideen gezeigt. Besonders bemerkenswert finde ich die Innovationskraft und den Unternehmer*innengeist, der hier zu spüren ist. Solingen zieht junge Start-ups und kreative Köpfe an, die neue Konzepte entwickeln, die unserer Stadt neue Impulse verleihen. Diese Offenheit für Veränderungen und der Mut, neue Wege zu gehen, sind für mich Werte, die ich auch in die Politik tragen möchte.
Die politische Bühne auf einem nationalen Level ist natürlich sehr anders als die enge, gelebte Gemeinschaft, die ich in Solingen kennengelernt habe. Doch ich glaube fest daran, dass Politik von einem engen Austausch mit den Menschen lebt, von der Fähigkeit zuzuhören und echte Lösungen anzubieten, die den Bedürfnissen der Bürger*innen entsprechen. Aus Solingen nehme ich den Zusammenhalt einer multikulturellen Gesellschaft mit, der in schwierigen Zeiten immer wieder gezeigt hat, dass wir gemeinsam stark sind. Auch wenn es nicht immer einfach war, habe ich gelernt, dass ein starkes Miteinander und der feste Glaube an die Werte der Freiheit und Demokratie uns durch Herausforderungen tragen können.
Ich möchte diese Erfahrungen in die politische Arbeit einfließen lassen – vor allem die Bedeutung von Gemeinschaft und Verantwortung. Es geht nicht nur darum, zu regieren, sondern darum, die Menschen mitzunehmen, auf sie zu hören und Lösungen zu finden, die auch in den Kommunen spürbar sind. Das ist, was Solingen mir beigebracht hat: Es geht immer um den Zusammenhalt und das Vertrauen, das wir ineinander setzen. Und genau das möchte ich auch auf der großen politischen Bühne einbringen.
15. Frage: Der Schmerz der Ukraine-Unterstützung
- Herleitung: Die ARD-Umfragen zeigen, dass die Zustimmung zur Ukraine-Hilfe erodiert, sobald eigene Existenzängste wachsen.
- Frage: Wo sehen Sie die Grenzen deutscher Hilfsbereitschaft – und welche Opfer müssen wir bringen, um Kriegstreiberei nicht durchgehen zu lassen?
- Hintergrund: Jeder Euro für externe Krisen steht in Konkurrenz zum nationalen Sozialstaat. Wie verkaufen Sie das den Bürgern?
Antwort: Die Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands ist für uns eine klare Verpflichtung. Der Krieg, der am 24. Februar 2022 begann, ist der größte Angriffskrieg in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Angriff bedroht nicht nur die Ukraine, sondern auch unsere eigene Sicherheit. Wir müssen verstehen, dass dieser Konflikt auch eine Auseinandersetzung um die Werte unserer europäischen Demokratie ist – Werte, die wir mit unseren ukrainischen Nachbarn teilen.
Ich verstehe, dass der anhaltende Krieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Belastungen Sorgen in der Bevölkerung wecken. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen in Deutschland mit eigenen Existenzängsten konfrontiert sind, fragen sich viele, wie viel wir uns noch leisten können und sollten. Aber die Frage ist auch, ob wir in einer Zeit globaler Unsicherheit einfach zusehen wollen, wie eine autoritäre Macht wie Russland die Grundsätze von Freiheit und Demokratie mit Füßen tritt. Wenn wir jetzt nicht entschieden handeln, könnten die Konsequenzen noch viel gravierender sein – nicht nur für die Ukraine, sondern auch für uns. Eine Politik des Zögerns könnte dazu führen, dass sich die Situation nach den Krisen von 2008 und 2014 wiederholt, als wir Russland zu wenig entgegensetzten.
Deshalb muss Deutschland seine Rolle als Teil einer breiten, demokratischen Allianz weiter konsequent wahrnehmen. Dabei gilt es nicht nur, der Ukraine militärisch zu helfen, sondern auch klaren diplomatischen Druck aufzubauen, um den Krieg zu beenden und Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die territoriale Integrität der Ukraine muss wiederhergestellt werden, und wir müssen Russland mit klaren Sanktionen und politischen Maßnahmen deutlich machen, dass wir diesen Übergriff nicht tolerieren werden.
Ich glaube, dass diese Hilfe und die Unterstützung der Ukraine keine Entscheidung gegen unser eigenes Wohlergehen sind, sondern eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft. Der Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg und ihre Integration in europäische Sicherheits- und Wirtschaftssysteme ist eine langfristige Investition in Frieden und Stabilität – und damit in die Zukunft Europas insgesamt. Das betrifft auch unsere eigene Sicherheit: Eine stabile, demokratische Ukraine ist ein wesentlicher Bestandteil einer sicheren europäischen Nachbarschaft.
Das bedeutet nicht, dass wir die Sorgen und Ängste der Menschen in Deutschland ignorieren. Die Energiekrise und die gestiegenen Lebenshaltungskosten sind reale Belastungen, die wir ernst nehmen müssen. Wir können jedoch nicht die Klimaziele, die digitale Transformation oder die Unterstützung für die Ukraine gegeneinander ausspielen. Es ist nicht der eine Euro gegen den anderen. Wir müssen eine ausgewogene, langfristige Perspektive einnehmen, die sowohl die Sicherheit in Europa stärkt als auch soziale Gerechtigkeit hier in Deutschland gewährleistet. Indem wir uns jetzt gemeinsam für die Ukraine einsetzen, handeln wir nicht nur im Interesse unserer Nachbarn, sondern auch im eigenen. Nur wenn wir diese Entschlossenheit zeigen, sichern wir auch unseren eigenen Frieden und Wohlstand für die Zukunft.
16. Frage: Grenzenlose Europa-Vision?
- Herleitung: Mancherorts fordern Nationalisten den „Stecker“ der EU zu ziehen. Volt dagegen träumt von föderaler Einigung.
- Frage: Wie halten Sie diese Vision lebendig, wenn populistische Bewegungen in Ländern wie Frankreich oder Italien das Gegenteil propagieren?
- Hintergrund: Die Rheingold-Studie offenbart eine tiefe Spaltung. Ist Europa mehr denn je in Gefahr?
Antwort: Die Vision einer föderalen, demokratischen europäischen Republik ist für Volt eine grundlegende Überzeugung – eine Union, die über nationale Interessen hinausgeht und den Bürger*innen mehr Mitspracherecht gibt. Wir verstehen, dass es in der heutigen Zeit populistische Bewegungen gibt, die das Gegenteil fordern und die europäische Einigung infrage stellen. Doch gerade in Zeiten der Spaltung müssen wir diese Vision lebendig halten und entschlossen daran arbeiten, Europa als starkes, demokratisches Projekt weiterzuentwickeln.
Volt setzt sich für die Schaffung einer europäischen Verfassung ein, die als Grundlage für eine demokratische und föderale Republik dient. Diese Verfassung muss von den Bürger*innen mitgestaltet werden und ein starkes, direkt gewähltes Europäisches Parlament als Herzstück haben. Wir wollen die EU in eine Union transformieren, die effizient und handlungsfähig ist, ohne dabei die Vielfalt und die Eigenständigkeit der Regionen zu verlieren. Dazu gehört, dass wir die Kompetenzen dort dezentralisieren, wo es sinnvoll ist, und gleichzeitig in zentralen Bereichen wie Außenpolitik und Haushalt mit einer klaren Mehrheit der Mitgliedstaaten Entscheidungen treffen können. Dies setzt auch die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips voraus, das zu oft zu Blockaden führt. Ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Einführung transnationaler Listen und eines einheitlichen europäischen Wahlrechts. Die Wahlrechtsharmonisierung würde den Bürger*innen ermöglichen, grenzüberschreitend zu wählen und eine europäische Identität zu stärken, die nicht mehr nur durch nationale Grenzen definiert wird. Gleichzeitig soll die Europäische Kommission zu einer parlamentarisch kontrollierten Regierung werden, die vom Europäischen Parlament getragen wird.
Wir müssen den Bürger*innen die Möglichkeit geben, aktiv an der Gestaltung Europas teilzuhaben. Daher unterstützen wir die Einrichtung europäischer Bürgerschaftsräte, die eine direkte Mitbestimmung auf europäischer Ebene ermöglichen. Diese Räte sollen die nationale Ebene mit der europäischen Ebene vernetzen und den Dialog über die Zukunft der Union stärken.
Natürlich ist es nicht einfach, diese Vision in einer Zeit wachsender nationaler Bewegungen und populistischer Rhetorik zu realisieren. Aber ich bin überzeugt, dass wir uns den Herausforderungen stellen können, indem wir den europäischen Traum als einen Traum von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und einer geeinten Zukunft für alle Europäer*innen weitertragen. Die europäische Einigung ist der Weg, der es uns ermöglicht, die großen globalen Herausforderungen gemeinsam zu meistern – von der Klimakrise bis hin zu den geopolitischen Spannungen, die derzeit Europa erschüttern.
Die EU kann nur dann stark und handlungsfähig bleiben, wenn sie sich demokratisch erneuert und die Macht in den Händen der Bürger*innen liegt. Es liegt an uns, diesen Traum lebendig zu halten und Europa als Projekt der Freiheit, der Demokratie und des Zusammenhalts voranzutreiben.
17. Frage: Innere Sicherheit – Schwelender Brandherd
- Herleitung: 8 % nennen Kriminalität als wichtiges Problem, Tendenz steigend. Polizei und Justiz klagen über Überlastung.
- Frage: Wird Volt hier als zu liberal eingeschätzt, oder haben Sie konkrete Pläne, um das Sicherheitsbedürfnis der Bürger zu stillen, ohne drakonische Maßnahmen zu ergreifen?
- Hintergrund: Mit der wachsenden Unsicherheit kommen Forderungen nach „Law and Order“ . Kann liberal-progressive Politik dem standhalten?
Antwort: Volt setzt sich für eine moderne Sicherheitsarchitektur ein, die sowohl die innere als auch die äußere Sicherheit stärkt, aber immer im Einklang mit den Grundwerten unserer Demokratie und den Menschenrechten. Wir glauben, dass Sicherheit nicht durch drakonische Maßnahmen und repressive Politik erreicht wird, sondern durch eine intelligente, vernetzte und präventive Herangehensweise, die sowohl die Bedürfnisse der Bürger*innwn als auch die Rechte aller berücksichtigt.
Ein zentrales Anliegen von Volt ist die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität, wie Terrorismus und Cyberkriminalität. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung müssen Sicherheitsbehörden mit modernen Technologien ausgestattet werden, um auf diese Bedrohungen effektiv zu reagieren. Die Polizei braucht nicht nur mehr Personal, sondern auch spezialisierte Ausrüstung und fortschrittliche IT-Infrastruktur, um Cyberkriminalität und digitale Angriffe zu verhindern.
Zusätzlich setzen wir uns für eine effizientere Zusammenarbeit der europäischen Sicherheitsbehörden ein, etwa durch die Ausweitung der Befugnisse von Europol. Europol soll nicht nur koordinieren, sondern auch Exekutivrechte erhalten, um grenzüberschreitende Kriminalität noch effektiver zu bekämpfen. Gleichzeitig müssen wir die Menschenrechte und den Datenschutz wahren, gerade auch im digitalen Raum. Die Schaffung klarer europäischer Standards für den Schutz der digitalen Grundrechte ist daher unverzichtbar.
Natürlich ist es nicht einfach, diese Vision in einer Zeit Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Schutz besonders gefährdeter Gruppen, wie LGBTQIA+-Personen, religiöse Minderheiten und Menschen, die Diskriminierung und Rassismus erfahren. Volt fordert gezielte Präventionsprogramme, die diese Gruppen besser schützen und die Sicherheit aller Bürger*innen gewährleisten. Das umfasst auch die Verbesserung des Schutzes religiöser Einrichtungen sowie eine verstärkte Bekämpfung von Hasskriminalität.
In Bezug auf die Polizei möchten wir eine Rückbesinnung auf ihre Kernaufgaben. Aufgaben, die nicht unmittelbar zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit beitragen, sollten auf andere Stellen verlagert werden, um die Polizei zu entlasten und ihre Effizienz zu steigern. Eine gut ausgestattete, gut ausgebildete und mit ausreichend Personal ausgestattete Polizei ist der Schlüssel zu mehr Sicherheit und Vertrauen in den Rechtsstaat. Zudem setzen wir auf eine umfassende Digitalisierung der Strafverfolgung. Einheitliche Vorgangsbearbeitungssysteme und eine effizientere Fallbearbeitung können dazu beitragen, die Arbeit der Behörden zu optimieren und die Reaktionszeit auf Vorfälle zu verkürzen.
Insgesamt glauben wir nicht an „Law and Order“ im klassischen Sinne, sondern an eine intelligente, vernetzte Sicherheitsstrategie, die moderne Technologien nutzt, Prävention in den Vordergrund stellt und die Rechte und die Würde jedes Einzelnen wahrt. Nur so kann eine sichere Gesellschaft entstehen, in der sich alle Bürger*innen geschützt und respektiert fühlen.
18. Frage: Die Wut auf die „Eliten“
- Herleitung: Die Rheingold-Studie skizziert eine tiefe Enttäuschung über „abgehobene Politiker“ , die sich nicht um Alltagsprobleme kümmern.
- Frage: Sind Sie bereit, Ihre Privatsphäre zu opfern und sich komplett verwundbar zu machen, um das Misstrauen der Bürger in die Eliten zu durchbrechen?
- Hintergrund: Authentizität verlangt Offenheit – doch wie viel Offenlegung, wie viel Nähe verträgt die politische Bühne?
Antwort: Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, die eigene Privatsphäre komplett zu opfern, um Nahbarkeit und Vertrauen zu schaffen. Natürlich leben wir in einer Zeit, in der öffentliche Persönlichkeiten immer zugänglicher sind – und das ist auch gut so. Politiker*innen sollten mit den Bürger*innen in den Dialog treten, auch über Social Media, um eine direkte Kommunikation zu ermöglichen. Das schafft Nähe und trägt dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen.
Allerdings bedeutet Nähe nicht, dass man sich vollständig „gläsern“ machen muss. Jede*r hat das Recht, selbst zu entscheiden, was und wie viel er oder sie preisgibt. Ein paar Einblicke aus meinem Privatleben teile ich auch jetzt schon über Social Media – ich finde es wichtig, als Mensch sichtbar zu sein und nicht nur als Funktionsträgerin. Aber meine politische Arbeit steht an erster Stelle. Hier setze ich auf eine klare und ehrliche Kommunikation, die die Anliegen und die Sprache meiner Wähler*innen widerspiegelt.
Es geht nicht darum, alles zu zeigen, sondern darum, offen, authentisch und vor allem transparent in den politischen Inhalten zu sein. Das Vertrauen der Bürger*innen entsteht durch konstante, ehrliche Arbeit und die Bereitschaft, ihre Sorgen und Bedürfnisse ernst zu nehmen.
19. Frage: Kompromiss oder Konfrontation
- Herleitung: Volt bleibt (noch) eine kleinere Kraft, während CDU/CSU, SPD und AfD die großen Felder dominieren. Koalitionen sind also unvermeidbar.
- Frage: Mit wem wären Sie bereit, Kompromisse einzugehen – und an welchem Punkt würden Sie lieber alles platzen lassen?
- Hintergrund: Viele empfinden Koalitionszwänge als Verrat am Wähler. Wo liegt Ihre rote Linie?
Antwort: Wir sind grundsätzlich mit allen demokratischen Parteien gesprächsbereit und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Gerade in diesen bewegenden Zeiten ist es wichtig, dass demokratische Kräfte zusammenarbeiten und Lösungen finden – auch wenn das bedeutet, Kompromisse einzugehen. Ein Austausch über unterschiedliche Perspektiven und die Suche nach Lösungen, die den Interessen der Bürger*innen gerecht werden, sind für uns der Kern einer funktionierenden Demokratie.
Jedoch gibt es für uns eine klare Grenze: Eine Zusammenarbeit mit undemokratischen Kräften wie der AfD ist für uns ausgeschlossen. Wir haben dazu einen Unvereinbarkeitsbeschluss, der eindeutig festlegt, dass es keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD gibt. Es ist erschütternd, dass sich die CDU aktuell stark nach rechts bewegt, und dass es sogar Anträge gibt, die nur mit den Stimmen der AfD durchsetzbar sind. Das verurteile ich scharf, und es macht es zunehmend schwieriger, einen gemeinsamen Nenner mit der CDU zu finden.
Für mich bedeutet „rote Linie“ vor allem den Schutz der Menschenwürde, die Wahrung der Frauenrechte, wie zum Beispiel das Recht auf Selbstbestimmung, und die Sicherstellung unserer Klimaziele. Wenn diese grundlegenden Werte und Ziele gefährdet werden, gibt es für mich kaum einen Spielraum für Kompromisse. Wir setzen uns für eine progressive Politik ein, die vor allem mit anderen progressiven Parteien realisierbar wäre – immer im Sinne einer demokratischen, gerechten und nachhaltigen Zukunft für alle.
20. Frage: Symbolik der Kandidatennummer – Platz 7
- Herleitung: Sie stehen auf Listenplatz 7 in NRW. Die ARD-Sonntagsfrage zeigt, dass FDP und Linke an der 5 %-Hürde kratzen, während Volt gar nicht separat ausgewiesen wird.
- Frage: Warum glauben Sie, dass Listenplatz 7 nicht zur reinen Durchhalteparole verkommt, sondern realen politischen Einfluss verspricht?
- Hintergrund: Kleine Parteien müssen oft um jede Stimme kämpfen. Setzen Sie auf einen Überraschungseffekt?
Antwort: Volt ist keine kleine Partei mehr, sondern eine neue politische Kraft, die bereits erfolgreich gezigt hat, dass sie Verantwortung übernimmt und auf den unterschiedlichsten Ebenen aktiv mitgestaltet. Im Europäischen Parlament sind wir mit fünf Abgeordneten vertreten, wir haben Vertreter*innen in nationalen Parlamenten wie in den Niederlanden und Zypern, und auch auf kommunaler Ebene nehmen wir Verantwortung wahr. Es ist schade, dass Umfrageinstitute diese Erfolge nicht ausreichend anerkennen und uns derzeit nicht separat abfragen. Das macht es natürlich schwieriger, eine verlässliche Prognose zu stellen, gerade wenn es um die Sichtbarkeit und das Wachstum von Volt geht.
Unser Ergebnis bei der Europawahl hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind: Wir haben unser Wahlergebnis verdreifacht und insbesondere bei der jungen Wählerschaft stark überzeugt – mit 9%! Auch in den großen deutschen Städten haben wir durchweg sehr gute Ergebnisse erzielt, insbesondere dort, wo wir bereits Verantwortung übernehmen. Ein herausragendes Beispiel ist Darmstadt, wo wir fast 11 % der Stimmen gewonnen haben. Doch auch in ländlicheren Regionen bekommen wir immer mehr Zuspruch. In Leichlingen, einer kleinen Stadt in NRW, haben 5 % der Wählerinnen und Wähler Volt gewählt.
Das zeigt uns, dass Volt zunehmend an Bedeutung gewinnt und wir überzeugt sind, dass wir bei der Bundestagswahl unser Ergebnis weiter verbessern können und in den Bundestag einziehen werden. Listenplatz 7 in NRW bietet mir, besonders in einem der stärksten Bundesländer von Volt, tatsächlich sehr gute Chancen, in den Bundestag einzuziehen.
Volt hat in den letzten Jahren bewiesen, dass wir mit unserer progressiven, europäischen und innovativen Politik in der Lage sind, echte politische Veränderungen herbeizuführen. Die Unterstützung wächst, und wir sind überzeugt, dass diese Dynamik auch bei den kommenden Wahlen spürbar sein wird.
21. Frage: Direkter Draht via Social Media
- Herleitung: Wahlkampf 2025 findet längst in digitalen Räumen statt. Emotionen kochen hoch, Filterblasen wuchern.
- Frage: Wo ziehen Sie Ihre Grenzen zwischen direkter Bürgeransprache und der Gefahr, in digitalen Empörungsstrudeln unterzugehen?
- Hintergrund: Ein falscher Post, ein Shitstorm – und die Glaubwürdigkeit schwindet in Sekunden. Social Media ist zweischneidig.
Antwort: Ich möchte mich in meiner Arbeit und meinem öffentlichen Auftritt nicht von der Angst treiben lassen, im digitalen Raum in Empörungsstrudeln unterzugehen. Wenn wir nur noch Content produzieren und Aussagen treffen, die darauf ausgerichtet sind, niemanden zu verärgern oder einen möglichen Shitstorm zu vermeiden, dann verlieren wir unsere Authentizität und Glaubwürdigkeit. Ich glaube fest daran, dass es wichtig ist, Haltung zu zeigen und meine persönliche Sichtweise klar und ehrlich zu teilen – auch wenn das bedeutet, dass nicht jeder immer damit einverstanden sein wird.
In den sozialen Medien ist es mir besonders wichtig, eine authentische Kommunikation zu pflegen, die ich immer vertreten kann. Es geht nicht nur darum, eine große Anzahl von Follower*innenn zu gewinnen, sondern darum, in der Diskussion standhaft zu bleiben und meine Überzeugungen klar zu vertreten. Natürlich werde ich oft angefeindet, besonders aus der rechten Bubble, die mir regelmäßig persönlich angreift oder Verschwörungstheorien verbreitet. Aber ich bin sehr konsequent darin, solche Kommentare zu melden und im Zweifel auch zur Anzeige zu bringen, wenn es um Volksverhetzung oder ähnliches geht.
Trotzdem achte ich darauf, meine Kommunikation inklusiv zu gestalten und allen Stimmen Raum zu geben, ohne dabei die eigene Haltung zu verwässern. Es kann immer mal passieren, dass meine Meinung aneckt – bisher blieb ich von einem wirklichen Shitstorm verschont, und ich hoffe, das bleibt auch so. Mein Ziel ist es, ehrlich und transparent zu bleiben, ohne mich von den Wellen der Empörung treiben zu lassen, die manchmal in den sozialen Medien entstehen.
22. Frage: Unternehmerische Perspektive
- Herleitung: Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und Bürokratie – drei Killer, die laut SZ und Rheingold-Studie massiv die Wirtschaft lähmen.
- Frage: Wie verbinden Sie die oft verfeindeten Lager von Wirtschaft und Sozialstaat zu einer Koalition der Zukunft?
- Hintergrund: Viele Unternehmen rufen nach Steuererleichterungen, gleichzeitig wollen Bürger mehr Schutznetze. Wo verorten Sie die Balance?
Antwort: Das Problem liegt darin, dass wir uns oft daran gewöhnt haben, Wirtschaft und Sozialstaat gegeneinander auszuspielen, anstatt sie als zwei sich ergänzende Aspekte einer modernen Gesellschaft zu sehen. Für die Zukunft brauchen wir ein neues Narrativ, das beides berücksichtigt: eine starke, zukunftsfähige Wirtschaft, die Arbeitsplätze schafft und Wohlstand für alle sichert, und einen Sozialstaat, der dafür sorgt, dass niemand zurückgelassen wird. Es geht nicht darum, sich in „links“ oder „rechts“ einzuordnen, sondern darum, eine Politik zu entwickeln, die progressiv und zukunftsorientiert ist.
Wir als Volt lehnen die veralteten politischen Einteilungen ab und denken Wirtschaftspolitik neu. Unsere Wirtschaft muss für die Zukunft gerüstet sein. Dazu gehört, dass wir Raum für Innovationen schaffen – insbesondere nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen. Unternehmen müssen die Möglichkeit haben, in Innovationen zu investieren. Dafür setzen wir uns für eine Senkung der Unternehmenssteuern auf OECD-Niveau ein, um faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten und gleichzeitig Unternehmen die nötige Flexibilität für Investitionen zu bieten.
Neben der Unterstützung der Wirtschaft darf der Sozialstaat nicht auf der Strecke bleiben. Die Grundlage einer gerechten Gesellschaft ist, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, dass sie fair bezahlt werden und dass ihre sozialen Rechte garantiert sind. Ein bezahlbares Leben für alle zu ermöglichen, ist eine unserer zentralen Anliegen. Dazu gehört, dass wir den Mindestlohn auf 60% des Medianbruttolohns anheben und die Arbeitsbedingungen insgesamt gerechter gestalten. Wir möchten ein Bildungssystem schaffen, das für alle Kinder gleiche Chancen bietet und setzen uns für eine solidarische Gesundheitsversorgung ein. Darüber hinaus wollen wir das Wohnen für alle Menschen bezahlbar machen und nachhaltige Wohnkonzepte fördern. Die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit durch eine Housing-First-Strategie ist dabei ein wichtiger Schritt. Auch im Rentensystem setzen wir auf eine generationengerechte Altersvorsorge, die die Menschen in allen Lebenslagen absichert.
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, eine Politik zu gestalten, die sowohl die Wirtschaft stärkt als auch den Sozialstaat absichert – beides ist notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Indem wir innovative Lösungen fördern und gleichzeitig ein starkes soziales Netz knüpfen, schaffen wir die Grundlage für eine starke und gerechte Gesellschaft.
23. Frage: Haltung zu Russland-Sanktionen
- Herleitung: Trotz knapper Kassen und Rezession sind 61 % gegen eine Aufhebung der Sanktionen. Doch in Teilen der Bevölkerung bröckelt die Akzeptanz.
- Frage: Sind Sie bereit, die Sanktionen beizubehalten, selbst wenn daraus längerfristige wirtschaftliche Nachteile für Deutschland resultieren?
- Hintergrund: Moral gegen Pragmatismus. Bei steigenden Preisen und schwacher Konjunktur ist Geduld Mangelware.
Antwort: Die Sanktionen gegen Russland sind nicht nur eine Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine, sondern auch eine notwendige Maßnahme, um unsere europäischen Werte und unsere Freiheit zu verteidigen. Es geht hier um mehr als nur die Sicherung der ukrainischen Souveränität – es geht um den Schutz unserer freien, demokratischen Gesellschaften. Putin hat mit seinem Angriff auf die Ukraine nicht nur die territoriale Integrität eines Nachbarlandes verletzt, sondern auch die europäische Sicherheitsordnung destabilisiert.
Die Aufrechterhaltung der Sanktionen ist ein klarer Standpunkt, um diese Aggression zu verurteilen und zu verhindern, dass solche Handlungen sich weiter ausbreiten. Auch wenn es wirtschaftliche Nachteile für uns geben kann, ist es moralisch und strategisch notwendig, diesen Kurs beizubehalten.
Das bedeutet nicht, dass wir die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft einfach hinnehmen sollten. Im Gegenteil: Wir müssen alles daran setzen, unabhängiger von Russland zu werden, besonders im Bereich der Energieversorgung. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Diversifizierung unserer Energiequellen müssen nun höchste Priorität haben, damit wir langfristig weniger abhängig sind und diese Krise besser meistern können.
Es ist also eine Frage der Balance – der moralische Imperativ, unsere Werte zu verteidigen, muss mit pragmatischen Maßnahmen zur Sicherung unserer Zukunft kombiniert werden. Wir müssen die Sanktionen beibehalten, aber gleichzeitig auch intensiv an Lösungen arbeiten, die uns von den wirtschaftlichen Folgen unabhängig machen.
24. Spaltung durch Kulturunterschiede
- Herleitung: 63 % sehen kulturelle Differenzen als wachsendes Problem. Viele haben das Gefühl, Politik verschweigt Konflikte.
- Frage: Ist es naiv, auf reine ‚Willkommenskultur‘ zu setzen, oder haben Sie ein konkretes Integrationsprogramm, das über Parolen hinausgeht?
- Hintergrund: Der Ruf nach „klarem Kurs“ in der Migrationspolitik nimmt zu. Können Sie eine Brücke schlagen, wo Gräben immer tiefer werden?
Antwort: Migration darf nicht weiter als Problem betrachtet werden – sie ist eine Chance, die wir aktiv gestalten müssen. Migration in all ihren Formen kann, wenn wir sie richtig angehen, für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft von enormem Nutzen sein. Sie bereichert unsere Kultur, stärkt den Arbeitsmarkt und hilft, den demografischen Wandel zu bewältigen. Daher geht es nicht darum, Migration zu beschränken oder Grenzen zu schließen. Vielmehr müssen wir den Fokus auf eine bessere Integration legen.
Ein konkretes Integrationsprogramm, das über Parolen hinausgeht, ist aus meiner Sicht unverzichtbar. Dazu gehört zunächst die sofortige Aushändigung einer Arbeitserlaubnis – unabhängig vom Aufenthaltstitel. Menschen, die hier leben und arbeiten wollen, sollten nicht durch bürokratische Hürden davon abgehalten werden. Zudem ist der sofortige Zugang zu Bildung ein Muss, denn Integration beginnt früh und bildet die Grundlage für die gesellschaftliche Teilhabe. Diese Maßnahmen müssen Hand in Hand gehen mit einer umfassenden Verwaltungsreform, die die notwendige Entlastung bringt und den Arbeitsaufwand der Behörden bewältigt.
Dass Migration oft als Problem dargestellt wird, liegt vor allem daran, dass die Debatte häufig von rechten Kräften, wie der AfD, dominiert wird, die ihre Ängste und Vorurteile schüren. Diese Narrative müssen wir in Frage stellen und durch pragmatische Lösungen ersetzen, die eine gemeinsame Zukunft für alle ermöglichen.
25. Bildungskatastrophe verhindern
- Herleitung: Nur 8 % nennen Bildung als Top-Thema, obwohl marode Schulen und Lehrermangel chronisch sind.
- Frage: Wie holen Sie ein Land aus dem Tiefschlaf, wenn sogar Eltern resignieren und Kinder systembedingt chancenlos bleiben?
- Hintergrund: Reformen sind kompliziert, föderale Strukturen blockieren rasche Lösungen. Wie will Volt das durchbrechen?
Antwort: Bildung ist für mich eine der zentralen Grundlagen für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Bereits in den Kitas beginnt die Basis für eine mündige, verantwortungsbewusste europäische Bürgerschaft, und die Schule fördert nicht nur die kognitiven, sondern auch die sozialen und emotionalen Fähigkeiten unserer Kinder. Wenn wir wollen, dass unser Land aus dem „Tiefschlaf“ aufwacht, müssen wir verstehen, dass der Bildungserfolg von der frühkindlichen Förderung bis hin zur lebenslangen Weiterbildung reicht.
Ein funktionierendes Bildungssystem sorgt nicht nur für die individuelle Entwicklung der Kinder, sondern bildet auch die wirtschaftliche Grundlage für die Zukunft unseres Landes. Wir müssen sicherstellen, dass Bildung für alle zugänglich ist, unabhängig vom sozialen Status oder Einkommen der Eltern. Das bedeutet, dass wir auf eine kostenfreie und inklusive Bildung setzen – von der Kita bis hin zur Hochschulbildung und darüber hinaus. Es darf nicht sein, dass Kinder aufgrund von Ressourcenmangel oder gesellschaftlichen Ungleichgewichten Chancen verlieren. Volt setzt sich für eine umfassende Reform des Bildungssystems ein, um diese Herausforderungen zu meistern. Ein zentraler Punkt ist, das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern aufzuheben, um einheitliche Bildungsstandards und eine effizientere Ressourcennutzung zu ermöglichen. Wir müssen in alle Bildungseinrichtungen investieren – das schließt moderne digitale Infrastruktur, qualifizierte Lehrkräfte und Inklusionsmaßnahmen mit ein.
Bildung muss für alle zugänglich sein, und zwar ohne finanzielle Barrieren. Das bedeutet, dass wir Lernmittel, Kitaplätze und Mittagessen in Schulen und Kitas kostenfrei anbieten müssen. Weiterhin müssen wir sicherstellen, dass Bildungsangebote wie Exkursionen und Austauschprogramme keine finanziellen Hürden aufwerfen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung von Inklusion und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte. Wir dürfen unsere Lehrer*innen nicht mit administrativen Aufgaben allein lassen und müssen die Arbeitsbelastung durch unterstützende Fachkräfte und mehr Ressourcen verringern. Gleichzeitig müssen wir Lehrkräfte so ausbilden, dass sie der Vielfalt und den individuellen Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler gerecht werden können.
Letztlich müssen wir ein Bildungssystem schaffen, das nicht nur in der Kindheit beginnt, sondern auch im Erwachsenenalter fortgesetzt wird – durch kontinuierliche Weiterbildung und Unterstützung von Berufseinsteiger*innen, Berufswechsler*innen und Menschen mit Migrationshintergrund. Nur so können wir Chancengleichheit für alle garantieren und die Grundlage für eine gerechte, zukunftsfähige Gesellschaft legen.
26. Persönlicher Opferwillen
- Herleitung: Die Rheingold-Studie betont, dass Politiker heute wie Krisenmanager rund um die Uhr gefragt sind – Familie und Privatleben bleiben oft auf der Strecke.
- Frage: Welche persönlichen Opfer sind Sie bereit zu bringen, um dem massiven Erwartungsdruck standzuhalten?
- Hintergrund: Politik zehrt. Zwischen Wahlkampf, Intrigen und öffentlicher Beobachtung können selbst Überzeugte zerbrechen.
Antwort: Bevor ich mich für eine Kandidatur entschieden habe, habe ich intensiv mit meiner Familie gesprochen. Ich wusste von Anfang an, dass politisch aktiv zu sein und in den Bundestag einzuziehen nicht nur mein Leben verändert, sondern auch das meiner Familie. Die Aufmerksamkeit, die ein solches Amt mit sich bringt, ist nicht mit einem normalen Job zu vergleichen. Der Druck, die ständige öffentliche Beobachtung und die Anforderungen, die mit einem politischen Amt einhergehen, enden nicht einfach um 18 Uhr am Freitag. Das ist eine Entscheidung, die nicht nur mich betrifft, sondern auch das Umfeld, in dem ich lebe.
Trotz dieser Herausforderungen ist es mir wichtig zu betonen, dass auch wir Politiker*innen nur Menschen sind. Wir arbeiten hart, geben unser Bestes und sind bereit, viel für den Beruf zu opfern, aber gleichzeitig müssen wir auch Raum für unseren persönlichen Ausgleich schaffen. Mentale Gesundheit muss ein viel größeres Thema in der Politik werden. Wir können nur langfristig gute Arbeit leisten, wenn wir auch auf uns selbst achten und uns die notwendige Zeit für Erholung und Reflexion nehmen. Das ist ein Balanceakt, den ich nicht unterschätze, aber den ich als wichtig empfinde, um den Herausforderungen dieser Arbeit standzuhalten.
Die Unterstützung meiner Familie ist für mich in dieser Hinsicht entscheidend. Wir haben gemeinsam beschlossen, dass ich mich dieser Herausforderung stelle, aber auch die Verantwortung, für uns als Familie zu sorgen, ist etwas, das ich nicht aus den Augen verlieren werde. Ich werde mein Bestes geben, aber ich werde auch dafür sorgen, dass ich nicht nur als Politikerin, sondern auch als Mensch, Partnerin und Familienmitglied präsent bleibe.
27. Ein Europa der Regionen
- Herleitung: Volt propagiert dezentrale Lösungen im Rahmen einer großen europäischen Idee, während nationalistische Töne zunehmen.
- Frage: Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Bundespolitik und kommunaler Selbstbestimmung? Würden Sie Berlin Macht entziehen, um Bürgernähe zu stärken?
- Hintergrund: Viele fordern mehr lokale Handlungsspielräume. Gleichzeitig drohen Zerfaserung und Flickenteppich, wenn jedes Bundesland sein Süppchen kocht.
Antwort: Das Verhältnis zwischen Bundespolitik und kommunaler Selbstbestimmung ist ein zentraler Aspekt, wenn es darum geht, Demokratie und Bürger*innennähe zu fördern. Die Kommunen sind das Herzstück unserer Demokratie, hier erleben die Menschen direkt, was funktioniert und was nicht. Sie sind die Orte, an denen Politik konkret wird – in den Schulen, auf den Straßen, in der Verwaltung. Daher halte ich es für entscheidend, die Kommunen zu stärken und den Kommunen mehr Verantwortung zu übertragen. Dabei geht es nicht nur um eine Verlagerung von Macht, sondern um eine sinnvolle und effiziente Zuständigkeitsverteilung. Wir brauchen eine Staatsreform, die die Verantwortung dort ansiedelt, wo sie am besten ausgeführt werden kann – auf der kommunalen Ebene.
Volt setzt sich für eine Föderalismusreform ein, die eine effizientere Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen ermöglicht. Dabei geht es nicht darum, den Ländern oder der Bundespolitik Macht zu entziehen, sondern darum, dass die Zuständigkeiten so aufgeteilt werden, dass Verwaltung und Gesetzgebung bürger*innennäher und effektiver werden. Eine moderne, gut finanzierte Kommune hat die Möglichkeit, die Bedürfnisse ihrer Bürger*innen besser zu erkennen und schneller zu handeln.
Wir haben in unseren Dezendent*innenstädten wie Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt bereits gezeigt, dass wir in der Lage sind, Lösungen umzusetzen, die den Alltag der Menschen konkret verbessern. Ein gutes Beispiel ist das Videoident-Verfahren in Wiesbaden, das unsere Spitzenkandidatin Maral Koohestanian als Dezendentin eingeführt hat. Solche digitalen Lösungen erleichtern nicht nur das Leben der Bürger*innen, sondern helfen auch dabei, die Verwaltung effizienter und bürgernäher zu gestalten.
Unsere Staatsreform beinhaltet mehrere Punkte, die zusammen das Ziel verfolgen, die Kommunen und die direkte Bürgerbeteiligung zu stärken, ohne die notwendige Einheitlichkeit und Effizienz auf höherer Ebene zu gefährden. Ein wichtiger Punkt ist die Modernisierung der Kommunalfinanzierung, damit die Kommunen über die nötigen Mittel verfügen, um ihre Aufgaben gut zu erfüllen. Zudem setzen wir auf eine verstärkte Bürger*innenbeteiligung, nicht in Form von Volksentscheiden, sondern durch neue Formen der Mitgestaltung, wie etwa Bürger*innenräte, die aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Unsere Vision ist es, durch eine Kombination aus stärkerer lokaler Selbstbestimmung und einer effizienten, modernen Staatsstruktur den Menschen vor Ort zu mehr Einfluss und eine bessere Lebensqualität zu verhelfen. Zugleich wollen wir durch Digitalisierung und innovative Verwaltungslösungen dafür sorgen, dass diese Veränderungen nicht zu einem Flickenteppich führen, sondern insgesamt zu einem effektiveren, transparenteren und gerechteren System für alle Bürger*innen.
28. Kampfansage an Lobbyismus
- Herleitung: Hinterzimmerpolitik, versteckte Geldflüsse, schwache Transparenzgesetze – so das gängige Vorurteil.
- Frage: Wie wollen Sie den Einfluss mächtiger Konzerne offenlegen, wenn der deutsche Politikbetrieb seit Jahrzehnten mit ihnen paktiert?
- Hintergrund: Die Forderung nach mehr Transparenz verhallt oft ungehört. Wer tritt wirklich gegen Konzerninteressen an?
Antwort: Intransparente Prozesse und Hinterzimmerpolitik fördern das Misstrauen in die Politik, und das ist ein großes Problem. Es ist dringend notwendig, dass wir alles daran setzen, politische Arbeit transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. Um dem Einfluss mächtiger Konzerne auf die politische Entscheidungsfindung entgegenzuwirken, setzen wir uns für die Einführung einer „legislativen Fußspur“ ein. Diese würde transparent aufzeigen, welche Interessen Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse genommen haben und wer mit wem hinter den Kulissen agiert. Nur so schaffen wir das nötige Vertrauen in den politischen Prozess und stärken die Glaubwürdigkeit der Demokratie.
Gleichzeitig ist es mir persönlich wichtig, den direkten Kontakt zur Wirtschaft und zu Interessensvertretungen zu pflegen. Natürlich müssen wir die Einflüsse dieser Gruppen transparent machen, aber es ist ebenso wichtig, dass wir verstehen, welche Herausforderungen sie gerade beschäftigen. Nur wenn wir uns intensiv mit den verschiedenen Sektoren – sei es Wirtschaft, Soziales oder Klima – auseinandersetzen, können wir realistische und lösungsorientierte Politiken entwickeln. Es ist entscheidend, dass dieser Austausch offen und transparent erfolgt. Deshalb setzen wir von Volt uns auch dafür ein, dass Expert*innen aktiv in unsere Haushaltsplanung involviert werden, um sicherzustellen, dass alle relevanten Perspektiven berücksichtigt werden und der Haushalt die realen Bedürfnisse der Gesellschaft widerspiegelt.
Berufspolitiker*innen fehlt oft der direkte Einblick in die Herausforderungen der verschiedenen Sektoren. Deshalb ist der Dialog mit Expert*innen unverzichtbar. Aber dieser Dialog muss auf Augenhöhe und unter voller Transparenz stattfinden. Ein Austausch untereinander ist wichtig und notwendig, aber geheime Treffen oder intransparente Einflüsse lehnen wir klar ab. Wir stehen für eine Politik, die die Menschen stärkt, nicht die Interessen weniger mächtiger Akteur*innen.
29. Was, wenn Sie scheitern?
- Herleitung: Die Rheingold-Studie malt ein Bild von Düsternis, fehlenden Visionen und wachsender Wut. Wenn selbst starke Parteien taumeln, was heißt das für Volt?
- Frage: Haben Sie ein Exit-Szenario, falls Deutschland weiter ins populistische Fahrwasser treibt – oder bleiben Sie auch dann, wenn Ihr politischer Traum zerbricht?
- Hintergrund: Bleiben oder aufgeben – eine Entscheidung, die über bloße Wahlerfolge hinausgeht. Zeigt sie Ihr wahres Rückgrat?
Antwort: Gerade in Zeiten, in denen der Populismus an Zustimmung gewinnt, ist es wichtiger denn je, aktiv zu bleiben und entschlossen für die Werte einzutreten, die uns als Gesellschaft voranbringen können. Für mich persönlich gibt die aktive politische Arbeit Kraft und Motivation. Ich kann mir nicht vorstellen, einfach inaktiv zu werden oder zu resignieren. Auch wenn der politische Weg manchmal steinig ist und wir in einer Zeit leben, in der immer mehr Menschen populistischen und extremistischen Strömungen zuzuwenden scheinen, halte ich es für absolut notwendig, standhaft zu bleiben.
Ich habe nach wie vor die Hoffnung, dass wir mit einer neuen Art der Politik und echten Lösungen die Menschen davon überzeugen können, dass es Alternativen zu den einfachen Antworten des Populismus gibt. Wir müssen einen Weg aufzeigen, der inklusiv ist und auf realistischen, praktischen Lösungen basiert, statt auf Polarisierung und Hass. Wenn mein politischer Traum zerbricht oder der Weg besonders schwierig wird, würde ich nicht einfach aufgeben. Es geht nicht nur um Wahlerfolge, sondern um eine Haltung, die für die Zukunft unseres Landes wichtig ist. Wir von Volt bleiben auch in schwierigen Zeiten und arbeiten weiterhin daran, eine Politik zu gestalten, die auf Verantwortung, Zusammenarbeit und zukunftsfähigen Lösungen basiert.
30. Der letzte Funke Hoffnung
- Herleitung: Am 23. Februar 2025 wählt Deutschland, während 83 % sich beunruhigt fühlen und 21 % unentschlossen sind.
- Frage: Warum glauben Sie, dass Ihre Kandidatur für Volt den entscheidenden Unterschied machen könnte – welchen Funken wollen Sie den Menschen geben, die längst aufgegeben haben?
- Hintergrund: Dies ist der Punkt, an dem sich zeigt, ob Ihr Engagement reine Rhetorik bleibt oder ein Aufruf zum kollektiven Aufwachen.
Antwort: Jetzt ist die Zeit, Dinge anzupacken und zu verändern. Wir können uns nicht länger leisten, an alten, eingefahrenen Strukturen festzuhalten und darauf zu hoffen, dass sich dadurch etwas ändert. Gerade in einer Zeit, in der sich so viele Menschen beunruhigt fühlen oder unentschlossen sind, glaube ich fest daran, dass Volt den entscheidenden Unterschied machen kann.
Wir stehen für eine neue Art der Politik – eine, die evidenzbasiert, lösungsorientiert und zukunftsgerichtet ist. Dieser Politikstil spiegelt auch meinen eigenen Ansatz wider. Ich setze auf authentische und ehrliche Kommunikation, auf Augenhöhe. Als junge Frau bin ich bereit, aktiv an unserer Zukunft zu gestalten und ein Gegenmodell zu der aktuellen politischen Landschaft zu bieten.
Es ist wirklich Zeit für neue, frische Gesichter in der Politik. Es ist Zeit für mehr Frauen, mehr Diversität und vor allem für mehr echte Veränderungen. Wir bei Volt machen genau das möglich. Ich glaube, dass wir mit unserer Vision und unserem Ansatz die Menschen erreichen können, die längst das Vertrauen in die Politik verloren haben.
Eine Stimme für Volt ist eine Stimme für eine progressive Mehrheit im Deutschen Bundestag. Es ist ein Aufruf zum kollektiven Aufwachen – wir können gemeinsam etwas bewegen, wenn wir den Mut haben, anders zu denken und zu handeln.
EPILOG
Vielen Dank, Frau Fridau, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns einen tiefen Einblick in Ihre Vision und Mission zu gewähren. Ihre offenen Worte und Ihre unerschütterliche Überzeugung bieten nicht nur Hoffnung, sondern auch einen klaren Blick auf die Herausforderungen, die vor uns liegen. Während wir gespannt dem Ausgang der Bundestagswahl 2025 entgegenblicken, bleibt abzuwarten, wie sich Deutschlands Weg in eine neue Ära gestalten wird. Ich wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und alles Gute – mögen Ihre Ideen und Ihre Leidenschaft die Herzen der Wähler erreichen und die Zukunft unseres Landes nachhaltig prägen.

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